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Lebensgefahr in der Dusche: 11 Dinge, die Sie über Legionellen im Wasser wissen müssen

Wenn in der Schulturnhalle plötzlich Duschverbot herrscht, kann das daran liegen, dass im Wasser gefährliche Bakterien lauern. Immer wieder müssen in Deutschland sanitäre Anlagen vorübergehend geschlossen werden, weil sich Legionellen im Wasser angesiedelt haben. Und die können für die Gesundheit äußerst gefährlich werden. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Legionellen im Trinkwasser wissen müssen.

1. Was macht Legionellen so gefährlich?

Legionella pneumophila 1000 fach vergroessert
Die gefährlichen stäbchenförmigen Erreger unter dem Mikroskop betrachtet: Legionella pneumophila bei 1000-facher Vergrößerung im Labor des ifp Instituts für Produktqualität
Die stäbchenförmigen Bakterien sind in geringen Mengen nahezu immer im Wasser vorhanden, im Meerwasser wie in der Badewanne. In niedriger Konzentration sind sie auch ungefährlich. Zum Problem werden die Legionellen erst, wenn sie in hoher Konzentration in die Lunge gelangen, beispielsweise wenn beim Duschen oder im Whirlpool Wasserdampf eingeatmet wird, der mit den Bakterien belastet ist. Denn Legionellen, speziell die Art Legionella pneumophila, können die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, auslösen. Auch über die Klimaanlage oder Wasserrutschen im Schwimmbad gelangen die Bakterien in die Umgebungsluft. Wenn sich die Erreger in örtlichen Rückkühlwerken und Kläranlagen angesammelt haben, können sie sich ebenfalls über den dort entstehenden Wasserdampf verbreiten und zur Gesundheitsgefahr für den Menschen werden. Jedoch besteht nach derzeitigem Kenntnisstand keine Infektionsgefahr, wenn keimhaltiges Wasser getrunken oder zum Händewaschen benutzt wird.

2. Wie vermehren sich Legionellen im Trinkwasser?

 Legionellen fühlen sich bei Temperaturen zwischen 20 und 50 °C besonders wohl. Bei dieser Temperatur vermehren sie sich am meisten. Unter 20 °C steigt ihre Anzahl kaum und bei mehr als 60 °C werden sie abgetötet. Besonders in künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Bakterien aufgrund der dortigen Temperaturen gute Bedingungen. „Das Wachstum von Legionellen wird durch ein entsprechendes Nährstoffangebot, zum Beispiel einen Biofilm in Wasserleitungen oder Sedimente wie Rost und Kesselstein begünstigt“, erklärt Diplom-Ingenieur Alexander Wolff, Leiter des Bereichs Wassermanagement beim ifp Institut für Produktqualität in Berlin.

 Vor allem im stehenden Wasser können sich die Erreger gut vermehren. Daher sollte man nach einer längeren Abwesenheit – etwa nach dem Urlaub – beim Öffnen des Wasserhahns erst mal ein paar Liter Wasser ablaufen lassen. Außerdem warnen Experten davor, die Warmwassertemperatur der hauseigenen Trinkwasseranlage in den Sommermonaten zu senken. Denn das spart zwar Energie und Kosten, schafft aber auch ideale Bedingungen für die Vermehrung von Legionellen im Wasser.

Gefährlich kann es auch werden, wenn sich das Warmwasser auf dem Weg zum Wasserhahn noch in der Leitung zu stark abkühlt. Denn erwärmtes Trinkwasser mit geringer Temperatur ist nur dann hygienisch, wenn es zum Zeitpunkt des Verbrauchs erwärmt wird, also beispielsweise mit einem Durchlauferhitzer oder einem Wärmetauscher.

Petrischale mit Legionellen im Labor DSC5025 ifp Institut für Produktqualität wasserschnelltest.deIn solchen Petrischalen werden Proben auf Legionellen untersucht. Die Erreger bilden weiße "Kolonien" auf dem schwarzen Nährboden. Verbraucher können eine solche Legionellenprüfung bei Wasserschnelltest.de bestellen.

3. Bis zu 30.000 Fälle der Legionärskrankheit jährlich in Deutschland

Wer sich mit Legionellen infiziert, kann an Legionellose erkranken. Die wichtigsten Formen der Legionellose sind die Legionärskrankheit und das Pontiac-Fieber. Die Legionärskrankheit – eine Form der Lungenentzündung – geht meist mit Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohem Fieber einher. Außerdem kann es zu schweren Verwirrtheitszuständen kommen. Die Lungenentzündung verläuft häufig schwer und dauert etwa vier Wochen. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen verläuft sie tödlich.

Beim Pontiac-Fieber ist der Krankheitsverlauf nicht ganz so schlimm. Es beginnt mit Beschwerden wie bei einer Grippe. Typisch sind Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, auch Brustschmerzen und Husten sind möglich. In der Regel klingt die Erkrankung von selbst innerhalb von zwei bis fünf Tagen wieder ab.

Schon eine geringe Keimzahl, die eingeatmet wurde, kann schwere Erkrankungen verursachen. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Krankheiten sowie Babys. Bei einer hohen Keimzahl können sich aber auch gesunde Menschen mit einer Legionellose infizieren.

Fachleute gehen davon aus, dass die Legionärskrankheit 15.000 bis 30.000 Mal pro Jahr allein in Deutschland auftritt. Allerdings veranlassen Ärzte bei Lungenentzündungen häufig keine Laboruntersuchung. Und ohne die bleibt die Ursache der Lungenentzündung verborgen. Deshalb ist es trotz Meldepflicht schwierig, verlässliche Zahlen zur Häufigkeit der Legionärskrankheit zu erhalten.

4. Wie erkennt man die Legionärskrankheit?

Für Patienten, die an der Legionärskrankheit erkranken, ist es lebenswichtig, möglichst schnell mit der geeigneten Therapie zu beginnen. Die richtige Diagnose zu bekommen, ist aber gar nicht so einfach. Denn die Symptome müssen nicht eindeutig sein und können auch auf eine andere Form der Lungenentzündung hinweisen. Daher sollten Patienten am besten auch selbst überlegen, ob sie möglicherweise einem Infektionsrisiko mit Legionellen im Trinkwasser ausgesetzt gewesen sein könnten. So sollten sie es dem Arzt beispielsweise mitteilen, wenn sie etwa vor Kurzem im Urlaub waren und im Hotel übernachtet haben. Denn dies kann ein wichtiger Hinweis sein, der dem Arzt hilft, eine Diagnose zu stellen.

Um die Erkrankung schließlich zweifelsfrei zu erkennen, müssen die Erreger im Körper nachgewiesen werden. Oft geht das schnell und einfach mit einer Urinprobe. Allerdings können auf diese Weise nur bestimmte Legionellen-Arten erkannt werden. Auch im Lungensekret sind die Erreger feststellbar. Bakterienbestandteile oder – wesentlich später – auch Antikörper gegen den Erreger können eventuell auch im Blut nachgewiesen werden. Wird eine Legionelleninfektion erkannt, ist das meldepflichtig.

5. Immer wieder Krankheits- und Todesfälle durch regionale Legionellenausbrüche

Erstmals wurde man im Juli 1976 im Bellevue-Stratford Hotel in Philadelphia (USA) auf Legionellen aufmerksam. Dort erkrankten bei einem Kongress 180 von 4400 Delegierten. Die Krankheit forderte 29 Todesopfer.

Wasserdampf aus Kühltürmen kann Legionellen enthalten.Kühltürme können ein Legionellenrisiko für die Bevölkerung darstellen.Eine dramatische Legionellen-Epidemie in Deutschland ereignete sich Anfang Januar 2010 im Raum Ulm in Süddeutschland. Damals infizierten sich 64 Menschen mit Legionellose, fünf Patienten starben. Als Ursache ermittelten die Behörden die zu einem Blockheizkraftwerk gehörigen Kühltürme. Das Kraftwerk lief im Dezember 2009 noch im Probebetrieb. Deshalb war es immer wieder abgeschaltet worden, so dass sich im lauwarmen Wasser des Kühlsystems die Legionellen explosionsartig vermehren konnten. Die Erreger gelangten in die Luft. Wer sie einatmete, wurde infiziert.

Der jüngste Legionellose-Ausbruch in Deutschland mit 165 Krankheitsfällen fand 2013 in Warstein statt. Drei Patienten starben damals. Eine großangelegte Untersuchung zeigte, dass sich die Keime in örtlichen Rückkühlwerken und Kläranlagen angereichert hatten. Die Erreger waren in die Umgebungsluft gelangt und von vielen Menschen eingeatmet worden.

6. Schutz der Bevölkerung durch neue Untersuchungspflicht für Verdunstungskühlanlagen und Kühltürme?

Um solche Fälle künftig zu vermeiden, hat der Bundesrat am 2. Juni 2017 zum Schutz der Bevölkerung vor Legionellose-Ausbrüchen die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) verabschiedet. Die neue Verordnung bringt umfangreiche Anzeige-, Betriebs- und Überwachungspflichten für die Betreiber von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern mit sich. Denn bakteriell belastete Kühlanlagen stellen – ebenso wie Legionellen im Trinkwasser – ein Risiko für die Bevölkerung dar.

Entsprechend haben die Betreiber von nun an verschiedene Auflagen zu erfüllen. Beispielsweise müssen sie einen Fachkundenachweis erbringen und sich zur regelmäßigen Schulung von verantwortlichen Personen verpflichten. Ebenso müssen sie die Kühlanlage regelmäßig überprüfen und alle fünf Jahre eine Überprüfung durch einen Sachverständigen oder eine Inspektionsstelle Typ A durchführen lassen. Die Prüfberichte sind an die entsprechende Behörde weiterzugeben. Außerdem muss das Kühlwasser regelmäßig auf Legionellen kontrolliert werden. Die regelmäßige mikrobiologische Überwachung des Kühlwassers ist durch ein entsprechend akkreditiertes Wasserlabor durchzuführen.

Diese Anzeige- und Untersuchungspflichten ermöglichen es den lokalen Behörden im Fall eines Legionellen-Ausbruchs schneller und effektiver zu handeln und mögliche Infektionsquellen schneller ausfindig zu machen.

7. Was kaum einer weiß: Infektionsgefahr durch Legionellen in Zahnarztpraxen

Legionellen werden durch zerstäubtes oder vernebeltes Wasser übertragen. Daher kann man sich nicht nur beim Duschen, durch Luftbefeuchter, Wasserhähne oder Klimaanlagen mit Legionellose infizieren. Auch beim Zahnarzt ist Vorsicht geboten. Denn das Wasser aus dem Behandlungsstuhl gelangt in zerstäubter Form in den Mundraum und die Atemwege des Patienten.

„Auch bei Einhaltung von Standards werden die Wasser führenden Systeme, zum Beispiel für Übertragungsinstrumente, Mehrfunktionsspritzen, Ultraschall zur Zahnreinigung oder Mundspülungen häufig durch unterschiedliche Mikroorganismen besiedelt beziehungsweise kontaminiert“, erklärt Alexander Wolff. „Bei Verwendung der Geräte kann es zur Vernebelung des Wassers kommen und damit auch zu einer Infektionsgefahr.“

ZahnarztstuhlDie wasserführenden Systeme in Zahnarztstühlen können von Legionellen besiedelt werden. In vielen Praxen wird dies jedoch nicht überprüft, obwohl das Robert-Koch-Institut zur jährlichen Wasseruntersuchung für Zahnarztpraxen rät. Deshalb empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) Zahnärzten gemäß der „Infektionsprävention in der Zahnmedizin – Anforderungen an die Hygiene" nur mikrobiologisch unbedenkliches Wasser bei der Behandlung zu verwenden. Außerdem sollte das Wasser in Zahnarztpraxen regelmäßig durch ein akkreditiertes Wasserlabor auf Legionellen untersucht werden. Dabei betont das Robert-Koch-Institut, dass eine Verunreinigung und Keimbelastung des Wassers in Zahnarztpraxen auch dann auftreten kann, wenn das eingespeiste Wasser die Vorgaben der Trinkwasserverordnung erfüllt.

Eine gesetzliche Untersuchungspflicht haben Zahnärzte an dieser Stelle übrigens nicht. In einigen Regionen weisen die Gesundheitsbehörden im Rahmen der Praxisüberwachung zwar auf die RKI-Empfehlung hin. Das hängt jedoch stark von dem jeweils zuständigen Amt bzw. Bundesland ab – eine deutschlandweit einheitliche Handhabung gibt es nicht. Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Trinkwasserprüfungen sind also meist allein von der Eigeninitiative und dem Verantwortungsgefühl der Zahnärzte ihren Patienten gegenüber abhängig.

8. Wie lässt sich einem Befall durch die Erreger vorbeugen?

Eine mögliche Vermehrung von Legionellen im Trinkwasser sollte man unbedingt vermeiden. Daher gelten für die Einrichtung und Wartung von Trinkwasser-Installationen spezielle technische Regeln. Doch auch jeder Einzelne kann dazu beitragen, einem Legionellenbefall vorzubeugen: Wurde die Dusche längere Zeit nicht benutzt, so sollte man sie einige Minuten mit heißem Wasser durchspülen, damit das in der Leitung stehende Wasser abfließen kann. Am besten öffnet man währenddessen das Fenster und verlässt den Raum. „Darüber hinaus sollte nach längerer Abwesenheit das Trinkwasser vor Verwendung für Speisen und Getränke so lange ablaufen, bis frisches Wasser nachfließt“, rät Wolff. „Das Frischwasser erkennt man daran, dass es etwas kühler aus der Leitung kommt als das abgestandene Wasser.“ Außerdem sollten die Strahlregler der Wasserhähne (auch Perlatoren bzw. Mischdüsen genannt) regelmäßig gereinigt und entkalkt werden – das entzieht Legionellen den Nährboden.

Generell sollten alle Wasserleitungen in Gebäuden regelmäßig genutzt werden, damit es nicht zu einem Wasserstillstand in den Leitungen kommt. Bei Anlagen zur Trinkwassererwärmung sollte der Temperaturregler auf mindestens 60 °C eingestellt sein. Die Wassertemperaturen in den Leitungen sollten nicht unter 55 °C fallen. Denn sonst können sich Legionellen dort leicht vermehren. Allerdings muss man hier unbedingt auch auf die Verbrühungsgefahr durch zu heißes Wasser achten.

9. Der „Technische Maßnahmenwert“ für Legionellen im Trinkwasser und welche Folgen eine Überschreitung hat

In der deutschen Trinkwasserverordnung ist für Legionellen ein so genannter „technischer Maßnahmenwert“ von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) je 100 Milliliter Wasser festgelegt. Dieser „technische Maßnahmenwert“ sollte bei Einhaltung aller technischen Regeln problemlos eingehalten werden. Wird er hingegen überschritten, ist das ein Hinweis darauf, dass in der Trinkwasseranlage etwas nicht stimmt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden sollten. Dieser Wert gibt jedoch keinen Aufschluss darüber, ab welcher Legionellenkonzentration eine Infektion beim Menschen auftritt. Denn dazu liegen bisher keine gesicherten Erkenntnisse vor. Einen „Grenzwert“, der auf die Infektionsgefahr durch Legionellen hindeutet und an dem man sich orientieren könnte, gibt es also nicht.

Wird bei einer Untersuchung des Trinkwassers eine Überschreitung von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) je 100 Milliliter festgestellt, muss dies unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Außerdem müssen je nach Erregerkonzentration im Wasser Maßnahmen ergriffen werden, um die Legionellengefahr zu bannen. Dazu muss die Trinkwasseranlage zunächst genau untersucht werden. Wird bei der Untersuchung eine extrem hohe Belastung nachgewiesen, also mehr als 10.000 KBE je 100 ml, werden als Sofortmaßnahme in der Regel Duschverbote verhängt. Zudem muss in diesem Fall die Trinkwasser-Installation umfassend saniert werden.

10. Wen betrifft die gesetzliche Legionellen-Untersuchungspflicht?

Für Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, also für Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Hotels oder Pflegeheime, gilt nach der deutschen Trinkwasserverordnung eine regelmäßige Untersuchungspflicht auf Legionellen. Diese Einrichtungen müssen ihre Trinkwasseranlagen einmal jährlich auf die Erreger testen lassen. Auch für Vermieter von Häusern mit mindestens drei Wohnungen, Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen gilt bei Vorhandensein einer entsprechenden Großanlage zur Trinkwassererwärmung eine Untersuchungspflicht, allerdings nur alle drei Jahre. Lediglich für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Verpflichtung. Bei Wohnanlagen mit Eigentumswohnungen gilt: Sobald auch nur eine einzige Eigentumswohnung in einer Wohnanlage vermietet ist und nicht vom Eigentümer selbst genutzt wird, muss eine Legionellenuntersuchung erfolgen.

Labormitarbeiterin bei der Untersuchung von Wasserproben auf LegionellenIm Legionellenlabor von Wasserschnelltest.de werden die Wasserproben von Verbrauchern und Gewerbekunden gefiltert. Die Keime bleiben auf dem Filter zurück und wachsen im Brutschrank zu sichtbaren Bakterienkolonien heran.Es gibt aber auch Ausnahmen: Bei Gebäuden mit Trinkwasseranlagen ohne zentrale Erwärmung oder ohne zentralen Warmwasserspeicher muss keine Prüfung auf Legionellen durchgeführt werden. Das heißt, Gebäude mit Trinkwasser-Installationen ohne Warmwasserversorgung sowie Anlagen, bei denen ausschließlich Durchlauferhitzer verwendet werden, müssen nicht auf Legionellen im Wasser kontrolliert werden. Auch Wohnungen oder Gewerberäume ohne Duschen oder andere aerosolbildende Einheiten fallen nicht unter die gesetzliche Untersuchungspflicht.

11. Wie lassen sich Legionellen im Trinkwasser nachweisen?

Legionellen lassen sich durch die Entnahme einer Wasserprobe aus dem Trinkwassersystem nachweisen. Da sich die Bakterien zwischen 20 und 50 °C besonders wohlfühlen, wird die Legionellenuntersuchung in der Regel anhand einer Heißwasserprobe durchgeführt. Wenn sich aber das Kaltwasser auch nach längerem Laufenlassen nicht auf unter 25 °C abkühlt, ist auch im kalten Wasser ein Test auf Legionellen empfehlenswert.

Will oder muss der Vermieter eine Legionellenprüfung durchführen lassen, so ist der Mieter verpflichtet, ihm bzw. einem Fachmann für Legionellenuntersuchungen für die Probenentnahme Zutritt zu seiner Wohnung zu gewähren. Natürlich muss der Vermieter dabei die gesetzlichen Vorschriften des Besichtigungsrechts beachten. Das heißt, er darf nicht unvermittelt bei seinem Mieter auftauchen, sondern muss seinen Besuch bzw. den Besuch des Experten rechtzeitig vorher anmelden und auch begründen.

Zur Untersuchung von Legionellen im Wasser werden an mehreren Stellen der Trinkwasseranlage Proben entnommen. Dann werden die im Wasser enthaltenen Bakterien in einem Labor auf einem Nährboden kultiviert, also vermehrt, sodass man nach einigen Tagen die Kolonien zählen kann. Für eine behördlich und gerichtlich anerkannte Legionellenuntersuchung gemäß Trinkwasserverordnung muss die Probenahme durch zertifiziertes Personal erfolgen.

Wer unsicher ist, ob sich in den Leitungen der eigenen Wohnung möglicherweise Legionellen im Wasser angesammelt haben, sollte seinen Vermieter fragen, ob er das Wasser bereits untersucht hat. Zur Eigenkontrolle kann aber auch jeder Einzelne eine Legionellenprüfung durch ein Profilabor durchführen lassen.